Damit die Alarmanlage zuverlässig funktioniert, muss der Stromfluß durch den Zaun konstant sein. Alarmanlagen reagieren nicht nur wenn keine Spannung mehr ankommt, sondern auch wenn eine zu niedrige Spannung registriert wird. Ein auf den Zaun gefallener Ast leitet einen Teil der Zaunspannung in Erdreich, die verbleibende Spannung auf dem Zaun unterschreitet den Schwellenwert der Alarmanlage. Sie schlägt Alarm. So soll es sein, und der Pferdehalter freut sich darüber, denn die Pferde hätten durch den Zaun gehen können, oder einfach über die niedergedrückten Bänder springen können. Frust macht sich breit, wenn die Alarmanlage anschlägt, man zur Weide eilt, aber keine augenscheinliche Störungen feststellt. Kaum ist man wieder zuhause, erfolt erneuter Alarm usw.
Häufige Ursache dieser Fehlalarme ist ein defekter Zaun, unsichtbar für unser Auge, aber die Alarmanlage deckt sie auf.
Defekte Litze, Breitband, E-Seil, Isolatoren oder Anschlußkabel der Geräte kommen hier in den Verdacht den Fehlalarm verursacht zu haben. Besonders die so gerne vorgenommenen "Knotenverbindungen" im E-Zaun sind Fehlalarmauslöser. Warum?
Wackelkontakt im E-Zaun (Drahtbruch und Knotenverbindung)
Abb.14
Wie in der obigen Grafik (Abb.14) veranschaulicht ist, bestehen Breitbänder, Litzen und E-Seile aus Kunststoff mit darin befindlichen leitenden Drähten. Je nach Qualität des E-Zaunes sind dies mehr oder weniger Drähte. Die leitenden Drähte können mit der Zeit brechen. Folglich entsteht hinter dieser Stelle ein Spannungsabfall. Die Alarmanlage registriert diesen und schlägt Alarm.
Solche Bruchstellen der Drähte klaffen aber nicht weit auseinander, sondern die Endstücke der beiden Bruchstellen liegen meistens so dicht beieinander, daß sie sich noch berühren und der Strom fließen kann. Eine kleine Windböe, ein landender Vogel auf dem Zaun oder die Berührung durch ein Pferd und sei es nur durch den Schweif, führt dazu, daß die beiden Enden auseinandergehen und kein Strom mehr über diese Stelle fließen kann. Am Alarmgerät fällt die registrierte Spannung unter den Schwellenwert und der Alarm wird ausgelöst. Knotenverbindungen sind für diese "mal leitenden" "mal nicht leitenden" Drähte ein Paradebeispiel. Selten gelingt ein Knoten so, daß die Drähte Kontakt zueinander haben, jedenfalls nicht dauerhaft.
Defekte Isolatoren
Isolatoren haben die Aufgabe den stromführenden Weidezaun zum Zaunphahl hin zu isolieren. Leider ist auch die Lebensdauer der Isolatoren begrenzt. Durch die Witterung können sie brüchig werden, ohne daß man von außen einen Defekt erkennen kann. Haarrisse können einen zur Verzweiflung bringen. Bei trockener Witterung geht es meistens noch, aber mit einsetzendem Regen wird durch die jetzt mit Wasser gfüllen Haarrisse, ein Teil der Spannung zum ebenfalls nassen Zaunpfahl abgeleitet. Über den defekten Isolator und den nassen Zaunpfahl kann soviel Spannung ins Erdreich abgeleitet werden, daß die Alarmanlage anschlägt.
Defekte Anschlußkabel
Besonders wenn Anschlußkabel in der Erde verlegt sind, kann über sie ein erheblicher Spannungsverlust entstehen, wenn der isolierende Kabelmantel beschädigt wird. Auch dieser Defekt tritt bei Regen besonders deutlich zutage.
Wie man solche Schwachstellen findet
Nicht nur bei Alarmanlageneinsatz sondern auch um die Hütesicherheit des Zaunes zu gewährleisten müssen solche Kurzschlüsse und Wackelkontakte beseitigt werden. Bei schlagstarken Geräten, besonders bei Netzbetriebenen, fallen kleinere Kurzschlüsse nicht so stark auf wie bei Akku- oder Batteriegeräten, aber häufen sich solche Stellen fällt auch bei den starken Geräten die Zaunspannung extrem ab.
Spätestens wenn man jeden Tag seine ausgebrochenen Pferde suchen muß, oder jede Nacht die Alarmanlage anschlägt, muss Abhilfe geschaffen werden. Entweder einen komplett neuen Zaun ziehen oder die defekten Stellen suchen. Dies kann man mit einem Voltmeter machen. An mehreren Stellen des Zaunes wird die Spannung gemessen, bis man das defekte Stück gefunden hat. Dort wo die Spannung abfällt, wird der E-Zaun durch ein neues Stück Zaun ersetzt. Aber nicht mit Knoten einfügen sondern mit Band- oder Seilverbindern. Fällt die Spannung nach dem Tausch des Zaunes immer noch ab, müssen die Isolatoren gewechselt werden.
Eine andere Möglichkeit Kürzschlüsse zu finden ist der Einsatz eines tragbaren Radios. Man wählt einen Sender seiner Wahl und schreitet mit dem eingeschalteten Radio langsam den Zaun entlang. Die Kurzschlusstelle ist wenn man nahe genug ist, im Radio deutlich zu hören, da sie den Empfang stört.
Einige Kurzschlüsse kann man bei Dunkelheit sogar sehen.