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Rat und Denkanstoesse zu meinem sehr aengstlichen Pferd [Hits: 1890]

Bin hier stiller Leser und schreibe sehr selten. Aber ich moechte doch mal den Rat der Koppler beanspruchen, da ich momentan etwas ratlos bin. Also folgendes:

Ich habe mir vor drei Jahren eine dreijaehrige Warmblutstute gekauft. Noch roh, direkt von der Zuechterin. Ich wollte eigentlich ein Fohlen/Absetzer, aber diese Stute wurde mir zu einem sehr guten Preis angeboten. Gutes Gebauede, gute Gaenge, Bildhuebsch. Etwas "munter" erschien sie mir schon aber sie war ja erst drei.

Als sie bei uns am Stall dann einzog, gab es gleich ein paar Probleme: schon allein Fuehren von der Koppel zum Stall war ein Problem (hat vor jedem Grashalm gescheut). In der Herde war sie dann eher ehrgeizig und hatte monatelang irgendwelche "Macken", da sie sich mit ranghoeheren Stuten anlegte. Sie lebt im Offenstall in einer Herde mit 13 Stuten (Wallache stehen getrennt). Sie ist mittlererweile rangmaessig in der Mitte mit Tendenz zum Aufsteigen.
Menschen gegenueber war sie auch von Anfang an sehr selbstbewusst und alles andere als unterwuerfig. Ich habe gleich eine Natural Horsemanship Trainerin angeheuert fuer Bodenarbeit/Roundpen etc. Wir haben dann fast ein Jahr lang nur Bodenarbeit gemacht. Im Roundpen (aufmuepfig), Longieren, dann vom Boden aus Fahren etc. Die Trainerin ist sehr gut und gab zu, dass meine Stute nicht ganz einfach ist. Ihrere Meinung nach wuerde Creo (so heisst die Kleine) Menschen langsam aber stetig mehr Vertrauen (mit viel Bodenarbeit und klaren Regeln/Konsequenzen). Fortschritte in der Hinsicht waren sehr langsam.
Die Kleine hat vor allem Angst - sie hat schon fast paranoide Tendenzen, wenn es um ihre Umgebung geht. Wenn irgendwo eine Schubkarre verkehrt rum steht ist das schon Grund fuer Aufregung. Laute Gerausche? Da muss sie einen Satz machen oder losgaloppieren. Ich fuehre sie jeden Tag von der Koppel zum Stall zum Putzen, Satteln etc. Auch nach drei Jahren findet sie den Weg zum Stall unheimlich und macht einen Satz, wenn zum Beispiel eine Person irgendwo eine Tuer oeffnet und aus dem Stall kommt.
Auch wenn diese Person sich in einem normalen Tempo bewegt. Rennende Hunde? Bloss nicht. Eine neues Schild an der Stallwand? Da kann sie nicht dran vorbei gehen etc etc.
Ich reite sie jetzt seit zwei Jahren (dressurmaessig). Sie hat Talent und ist gut ausbalanciert aber unsere Ritte starten immer sehr stressig, da sie ihre Umgebung staendig scanned und schon ihre "Ecken" hat, vor denen sie immer scheut, egal ob da was ist oder nicht. Im Laufe des Rittes wird es dann besser, sie konzentiert sich etwas mehr und vergisst (aber nicht immer) so einige ihrer "Gespenster". Ich habe woechentlich Reitunterricht - ich reite schon ewig und bin eigentlich eine mutige Reiterin. Runter gefallen bin ich bisher einmal (schnelle 180 Drehung von ihr, da ich mit dem Steigbuegel gegen die Bande bollerte). Sie hat unheimlich schnelle Reaktionen und kann in 0.5 Sekunden drei Meter seitwaerts springen.
Die Natural Horsemanship Trainerin kommt leider nicht mehr zu uns an den Stall - ich mache aber weiterhin noch Bodenarbeit z.b. Gerte mit Plastituete dran etc. Creo kann sich durchaus an sowas gewoehnen und die Plastiktuete kann ich ihr wild um den Kopf schwenken und sie bleibt ruhig. Allerdings hilft das nicht bei ihrer generellen Angst vor ihrere Umgebung. Sie kann auch ueber irgendwelche Planen latschen und man kann die Plane auf ihren Ruecken legen etc... Dafuer scheut sie wieder vor einem Eimer, der irgendwo steht, wo er nicht hingehoert.
Trotz ihrer Angst klebt sie nicht an anderen Pferden. Sie kommt gern zu mir, wenn ich sie von der Koppel hole. Wenn andere Pferde die Halle verlassen, macht ihr das nicht viel aus.
Sie scheint in staendiger Angst vor ihrer Umgebung zu leben (Geraeusche und Bewegungen) hat aber kein Interesse an Leadership von Menschen oder anderen Pferden. Man sollte meinen, dass ein derartig unsicheres Pferd sich gern einen Anfuehrer sucht....
Ich sollte noch erwaehnen, dass sie schon als zweijaehrige die "Mutterrolle" fuer ihre verwaiste Halbschwester uebernommen hat. Sie war damit wahrscheinlich ueberfordert - war es aber schon als zweijaehrige gewohnt, die Herdenchefin zu sein bei der Zuechterin - es war eine kleine Herde mit Creo und drei Halbgeschwistern.
Sorry, fuer das etwas wirre Geschreibsel. Ich lebe schon ewig in Kanada und schreibe nicht mehr so oft auf Deutsch.
Hat jemand Erfahrungen mit einem aehnlichen Pferd?

bee


15.11.2017 - 00:25
Lisaaa

Puh, das hört sich wirklich schwierig an. Richtig interessant fände ich mal ein Video wenn du sie führst (und die Schubkarre verkehrt steht).
Grundsätzlich hat es oft Gründe wenn Pferde einen günstigen Preis haben.
Ein bisschen regelt sich das ganze vielleicht auch wenn sie aus der Pubertät raus ist.
Wieviel km bewegt sie sich denn pro Tag ca? Wie oft und wie lang reitest du?
Scheuen heißt erstmal "schau mal!!" - kann also auch eine Frage an deine Führung sein. Vielleicht muss sie es einfach dauernd testen.
Bei manchen schwierigen (anspruchsvollen) Pferden geben sich solche Probleme erst mit Parelli L2-3. Bei Parelli hättest du auch gute Möglichkeiten via Internet online zu lernen / weiter zu arbeiten.

Probier mal wenn sie vor etwas scheut ein Spiel daraus zu machen. Vor einigen Jahren scheute mein Hengst vor einer Grube, und ich war mir nicht ganz sicher ob er ehrlich Angst hat oder mich testet. Wir haben uns dann freundlich ausführlich mit der Grube beschäftigt. Squeeze Game, seitwärts drum rum, rückwärts drauf zu etc. etc. Nicht aggressiv, in Ruhe, nur einfach damit gespielt aus diversen Positionen. Mit Pausen ca. 20-30 Min. Das Gute ist: das hilft auch wenn es wirklich Angst ist da das Pferd den gefährlichen Gegenstand aus jedem Blickwinkel kennenlernen kann.
Beim nächsten Spaziergang hat er absichtlich an der Grube vorbei geschaut und war super artig. Man konnte ihn richtig sagen hören: die Grube lassen wir aber heute, gell?! Die kenn ich schon.
Heute kenn ich ihn viel besser und glaube dass wenig Angst im Spiel war und hauptsächlich getestet wurde was ich tue wenn. Er ist ein supercooles Pferd- zieht den Scheutrick aber sogar mit anderen Pferden ab. Sobald die sich verunsichern lassen setzt er einen freundlich-selbstzufriedenen Blick auf, hört das spinnen auf und bietet selbstbewusst seine Führung an 'g'
Heißt aber nicht dass das bei deiner Stute auch so ist. Trotzdem würdest du mit dieser Strategie kaum einen Fehler machen, zumindest nicht wenn du sie richtig anwendest und nicht einfach nur versuchst dein Pferd zu triezen.


15.11.2017 - 05:24
starfairy

Das hört sich sehr nach einem nicht ausgelasteten Blüter an. *seufz*

Das kann mein Araber genauso auch. Allerdings, von ihm weiß ich, das es eher keine Angst ist. Wenn er genug Arbeit bekommt, läßt er solche Spielchen. Wenn nicht, reicht auch schon ein größeres Blatt, das mit der Unterseite nach oben am Wegrand liegt, um ihn zum scheuen zu bringen.
Dann kann er einen ganzen Weg im Zickzack *hüpf links, hüpf recht, Vollbremsung oder Wahlweise der Versuch zum durchstarten*, das Repertoire ist lang.

Und der braucht wirklich km, um runter zu kommen. Dressurarbeit alleine lastet den nicht aus, es sei denn, man hätte täglich so 3 Std. dafür Zeit.

Ich kann ihn auch so nicht auslasten, ich reite da einfach drüber weg. Ohne es groß zu beachten.
Auch beim führen geh ich so wenig wie möglich darauf ein, wenn ich jetzt diese Schubkarre beachte, findet er das toll und macht erst richtig Zirkus. Geh ich einfach weiter, macht er sich vielleicht hohl, aber geht daran vorbei.
Wobei ich ihn durchaus auch mal anraunze, aber von ihm weiß ich, das er es "eigentlich" kann.

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