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Hat er jetzt die Rente durch? [Hits: 946]

Long time, no see ... Dafür schreibe ich dann gleich mal einen Roman wenn's Recht ist - Vielleicht könnt Ihr mir mit Euren Erfahrungen weiterhelfen.

Nicht nur mein Pferd ist gealtert, ich ja nun auch etwas *hust*, und nach und nach verschob sich etwas das Interesse bzw. die Freude daran, mein Pferd zu reiten bzw. am Reiten generell. Möglichweise, weil's nicht mehr so geht wie früher, aber eigentlich spielt das auch keine Rolle. Es gab dann immer wieder viele schöne Ritte, auf die ich dann auch nicht gern verzichtet hätte und ich habe jeden dann genossen. Aber vorher musste ich mich immer eher dazu treten, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Nun bin ich derzeit aber ohnehin etwas in einem Loch, aber das geht schon länger.

Mein oller Russenfuchs ist ja nun mittlerweile um die 30 Jahre alt. Er lebt in einem Stall mit totaler VP, Offenstallprinzip, alles top befestigt, er hat winters nachts Box um sein Zusatzfutter in Ruhe zu mümmeln, Heu geht wegen der Zähne nicht mehr, nur noch Heucobs, die er nicht mag, Luzerne- und Maiscobs oder eben Häcksel (Wiesenfasern). Er hat super zugenommen (er ist dicker als in den letzten 5 Jahren, aber immer noch nicht fett, bevor jemand fragt) und ist top-gesund. Kurz: es geht ihm dort klasse und er fühlt sich sauwohl, sieht auch so aus. Bisher auch nach wie vor keine Zipperlein. Ach ja, der Sattel passt, er wird regelmäßig osteopathisch durchgecheckt, geht hinten barhuf und bekommt IWest ;)

An der Longe und im Freilauf bewegt er sich immer noch supermotiviert und locker und ohne großartige Steifheiten oder Humpeleien oder sonstwas, alle Beine sind klar, der Rücken locker, das Pferd biegsam und geschmeidig. Letzteres sieht man gut bei der Gymnastik am Boden, die wir immer mal machen. Die Sandkastenreiterei haben wir ja schon laaange drangegeben (mein kleines Reitmädchen ausgenommen, aber das ist ja nun etwas anderes, als wenn die RB oder ich wirklich was fordern), weil es nie sein Ding war und er einfach immer weniger Bock dazu hatte und man grenzgewalttätig werden musste um ihn überhaupt vorwärts zu kriegen (außer, es gab was zu hüpfen). Und die Zeiten, wo wir jahrelang mehr oder sinnvolle Ansätze (richtiges Treiben, Feldenkrais, centered riding, piff und paff und tralala) ausprobiert haben, sind einfach vorbei. Er mag es nicht, fertig. Ist so, war schon immer so. Störte mich allerdings auch nie so wirklich ;)

Also ging's meistens raus in's Gelände, was er immer geliebt hat. Klar ist es auch bei ihm so, dass er auf dem Heimweg nochmal deutlich motivierter ist als auf dem Hinweg, völlig normal, vor allem, da wir meist allein unterwegs sind. Kein Gehibbel oder Gezackel, einfach halt ein Quentchen schneller. Aber bisher war's auch auf dem Hinweg immer so: Trabstrecken sind Trabstrecken und vor allem: Galoppstrecken sind Galoppstrecken, da vergisst er, dass er ja im Schritt bummeln wollte und ist voll da. Normalerweise.

Aber ich fürchte, gestern hat er mir zu verstehen geben wollen, dass ich ihn auch mit Ausreiten in Ruhe lassen soll. Die Unlust auf dem Hinweg war die letzten Male schon etwas gesteigert, dafür ging's auf dem Rückweg umso mehr vorwärts.

Gestern hat er dann irgendwie ganz den Mittelfinger gehoben.
Ich musste ihn mit den Sporen bildlich treten um durchzukommen, im Prinzip jeden einzelnen Schritt - kurzes, festes Zutreten mit beiden Sporen nötigt ihm maximal 3 normale Schrittschritte ab. Wenn ich also einen vernünftigen Schritt wollte, könnte ich abwechselnd treten und mit der Gerte draufschlagen. Mach ich nicht, will ich nicht.

Er schluffte und stolperte so vor sich hin, suchte aber gleichzeitig Dinge um sich zu erschrecken und dann fing gestern auch die Lichtproblematik von letztem Jahr an (wenn die Sonne tief steht und durch Bäume scheint und seitlich auf sein Auge trifft, erschrickt er fürchterlich, das geht vom Kopfschlagen bis zum wegspringen). So quälten wir uns also bis zur ersten Trabstrecke, auf der Spaziergänger waren. War ihm mehr als recht.
Dann kam die erste Galoppstrecke - Hügel hoch, so wie er es liebt, da will er normalerweise am Abzweig immer schon angaloppieren. Galoppiert ist er dann auch, aber wie ... Danach bin ich rechts abgebogen um die Runde abzukürzen statt sie fertig zu reiten. Ich hatte keinen Nerv mehr und hätte heulen können.

Wir kamen dann zum Abzweig, wo es sicher gen Heimat geht - und der Schalter war umgelegt. Ohren gespitzt, Kopf gehoben, der Schritt wurde (trotz bergab) raumgreifend und schreitend, kein schluffen, kein herumstolpern, keine Reaktion mehr auf Lichtreflexe. Nochmal später traben auf den Stall zu (Kopf locker erhoben, Ohren gespitzt, fröhlich nach vorn ziehend, sich vor den Mädels präsentieren).

Ich fürchte, deutlicher kann er mir das nicht sagen
Auf leise Einwände wollte ich ja bisher nicht hören.
Er ist ja immer so fit und locker und läuft so rund...

Und nun ... schicke ich ihn wohl, was mich angeht, in Rente. Mein Reitmädchen kann ihn gern weiter reiten, wenn sie will. Ich denke, ich werde ihn putzen und longieren und freilaufen lassen solange er daran Spaß hat und mit ihm turnen, mein in ihn verliebter Kollege wird weiter mit ihm 1 - 2x pro Woche spazieren gehen, die beiden haben daran echt Spaß.

Und ich überlege ernsthaft, ob er am Freitag die obligatorischen Vordereisen noch bekommt oder ob ich sie auch gleich weglasse. WENN das Reitmädel dann mal ausreiten will, muss er da halt durch. Oder sie geht auf den Platz.

Ich wusste ja, dass wir schon extrem lange noch gemeinsam unterwegs waren / sind - aber wenn dann so ein Tag kommt, wo man das Gefühl hat, es ist jetzt entschieden, das ist dann eine andere Hausnummer.

Wann / wodurch habt Ihr Eure Senioren so in Rente geschickt, von körperlichen Gründen mal abgesehen?

Stallgemeinschaft-Anja


22.10.2018 - 14:50
DasNandiklein

Erstmal: schön von dir zu lesen, Heilige!

Da Nandi ja einen heftigen Fesselträgerschaden hatte, wurde er deswegen berentet und somit kann man die Situationen nicht vergleichen.

Was du so schreibst, klingt ganz nach Rente und es wäre dann ja auch ok für dich, also warum nicht.
Vielleicht lautet die Lösung bei Eisen vs Barhuf Hufschuhe? Das würde mir jetzt spontan einfallen.
Ansonsten: wenn er wieder Bock kriegen sollte auf Ausreiten, wird er halt wieder beschlagen, fertig.


22.10.2018 - 14:56
Stallgemeinschaft-Anja

Danke, Nandi :)

Hufschuhe trägt er hinten draußen.
Vorne barhuf geht laut 4 Experten (Tierarzt, Osteo, Barhufpfleger, Schmied) höchstwahrscheinlich aufgrund fehlenden Sohlengewölbes nicht - alle dahingehenden Versuche sind in der Vergangenheit auch gescheitert, das ging bis zur totalen Verweigerung, selbst nach einer Umstellungszeit von bis zu 18 Monaten und gezielter Hufbearbeitung. Und im Alter wachsen die Hufe ja nun nicht besser, leider.

Für "nur Offenstall und Platz" würde ich das probieren, aber rausgehen braucht man dann mit ihm echt nicht mehr, rundum ist viel scharfer Kies auf den Wegen.

Unser Offenstall ist im Innenbereich mit Grünkompost ausgelegt, draußen hat's Kunstrasen und halt Wiesenboden.

OK für mich ... 2 Herzen schlagen ach, in meiner Brust. Dann müsste ich mich ja darauf einlassen, dass mein Pferd alt ist. Kann ja wohl nicht sein ;)

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