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Reiten mit Bandscheibenvorwölbung (-vorfall) ? Erfahrungen [Hits: 710]

Hallo zusammen. Wie das Thema schon sagt, würden mich Erfahrungsberichte von Reitern und Reiterinnen freuen, die eine Bandscheibenwölbung bzw. einen -vorfall in der LWS hatten und trotzdem noch reiten (können).

Zu meiner Geschichte:
Hatte im Juli 2019 auf einmal akute Schmerzen in der LWS/Steißbein. Diese dauerten ca. 14 Tage bis 3 Wochen an. Ich wurde zum MR geschickt und man stellte eine Vorwölbung im Bereich L5/S1 mit minimaler Duralsackimpression fest. Minimale degenerative Veränderungen auch den Wirbeln L4 und L3.

Danach bereiteten Reiten und Sport generell keine Probleme. Ende September saß ich jedoch am Pferd und beim Leichttraben bzw. beim Durchparieren zum Schritt, hatte ich solche Schmerzen, dass ich sogar ins LKH musste. Bekam Infusionen etc. das ganze ist auch jetzt ca. 1 Monat später noch nicht ganz vorbei....

Meine Angst ist nun, dass ich nicht wieder in den Sattel kann, ohne Schmerzen oder einen Rückfall zu bekommen.

Bin aktuell bei einer Physiotherapie und dann auch 3 Wochen auf Kur im Dezember....

Gibt es jemanden, der schon Erfahrungen mit dieser Problematik hat? Ist es nach einer Zeit dann auskuriert gewesen oder gibt es auch jemanden dem z.B. nur eine OP helfen konnte?

Ich habe 2 eigene Pferde und wäre todunglücklich nicht mehr in den Sattel steigen zu können.

LG Nicki

Hermann21


29.10.2019 - 11:27
SansSoucie

Hallo liebe Nicki,

ich kann nicht wirklich aus eigener Erfahrung berichten.. Ich weiß nur, dass mein manchmal eingeklemmtes ISG mir vor allem beim Leichttraben schonmal Probleme macht, aber das ist im Vergleich zur Bandscheibenvorwölbung ein Kindergeburtstag.

Grundsätzlich sagt man ja, dass Menschen die schon vorher geritten sind, größere Chancen haben mit sowas wieder in den Sattel zu kommen. Das Reiten damit anzufangen ist wohl deutlich schwieriger.

Mein Ex-Mann hatte einen Bandscheibenvorfall (L5 S1) und wir dachten, wir probieren mal ihn im Schritt auf meine Stute zu setzen, vielleicht tut es gut. Der Physio hatte es empfohlen. Ging leider gar nicht, obwohl der eigentliche Vorfall schon 2 Jahre zurück lag.

Er hat dann (nicht wegen dem Reiten, sondern weil er einfach Schmerzen hatte) im CT eine PRT setzen lassen. Danach war er schmerzfrei und dann ging es auch mit dem Reiten. Das Reiten tat ihm dann sogar gut.

Vielleicht wäre das also eine Möglichkeit für dich? Bevor ich mich an der Wirbelsäule operieren lassen würde, würde ich immer zuerst alles was an konservativer Therapie machbar ist ausprobieren. Und letztendlich hilft wahrscheinlich lebenslanges Rückentraining, damit die Muskeln locker und stabil bleiben.

LG und guuuuute Besserung

SansSoucie


29.10.2019 - 11:56
Fah

Ja, kenne ich. Seit vielen Jahren. Aber zuerst wünsche ich gute Besserung und dass Du rasch wieder in den Sattel kannst!

Bei mir spielen einige Faktoren zusammen, damit ich regelmässig reiten kann:

Das passende Pferd oder besser gesagt das passende Gangwerk des Pferdes. Pferde die "nach vorne schwingen" beim Gehen sind kein Problem. Pferde, die eher "nach oben schwingen" beim Gehen, sind für mich komplett tabu.
Und unter nach vorne bzw. oben schwingen verstehe ich jetzt nicht ob ein Pferd korrekt über den Rücken läuft oder nicht. Sondern es ist einfach abhängig vom Gebäude und der Gangmechanik. Manche schicken die Stösse der Bewegung nach vorne, andere schicken die Stösse nach oben und somit perfekt in die defekte Bandscheibe. Das merke ich schon nach ein paar Metern Schritt und Trab und steige dann freiwillig sehr schnell wieder ab.

Die richtige Kleidung ist sehr wichtig: ich muss darauf achten, dass mein Rücken warm bleibt und trage sehr oft eine Weste beim und vor allem nach dem Reiten und wechsle z.B. auch verschwitzte TShirts nach der Reitstunde sofort. Ist es ganz kalt, kommt schon mal ein Nierenwärmer aus Wolle zum Einsatz. Die kann man direkt auf der Haut oder über einem dünnen Shirt tragen.

Rücksicht darauf nehmen was geht und was nicht und entsprechend handeln bzw. auch mal Nicht-Reiten ist wohl der wichtigste Schlüssel. Ich habe Einiges der gymnastizierenden Arbeit vom Sattel auf den Boden verlegt. Stangentraining ist etwas davon, das mache ich nur in der Reitstunde und sonst konsequent an der Longe. Und ich halte die Arbeit unter dem Sattel auch mal kurz wenn mir die Kraft fehlt, den Rücken zu stabiliseren. Das Pferd an der Hand aufzuwärmen an der Hand z.B. mit Schulterherein etc. ist auch nie verkehrt, denn dann merke ich schon im Voraus, wie das Pferd drauf ist und plane auch schon mal um.

Der Reitlehrer muss informiert sein und die Probleme bzw. Einschränkungen unbedingt akzeptieren. Wenn in der Reitstunde Galopp z.B. nicht geht oder ich nur kurze Abschnitte aussitzen kann dann ist das halt so. Ich lernte und lerne trotzdem immer noch dazu.

Bei langen Ritten steige ich immer mal wieder ab und führe mein Pferd.
Und ich laufe mich immer warm vor dem Reiten, d.h. ich steige erst irgendwo im Gelände auf. Und vor dem Reiten auf dem Platz wärme ich mich gezielt auf mit den passenden Übungen, welche mir von einer Meyners-RL gezeigt wurden.

Dazu kommt, dass ich einmal pro Woche konsequent in ein spezielles Rückentraining gehe. Und zwar keines, wo ich an Maschinen nur die äusseren Muskeln aufbaue, sondern mit verschiedenen Übungen auf die inneren, kleineren Muskeln anpacke. Ergänzt wird bei meinem Training die Arbeit mit Hanteln, Bändern, Bällen etc. mit Übungen wie man sie z.B. aus dem Pilates-Unterricht kennt oder ganz einfach Koordinationsübungen. Oft findet man solche Angebote unter dem Stichwort Rückengymnastik.

Ganz wichtig für mich ist meine phantastische Pyhsiotherapeutin, die ich allerdings zum Glück nur noch sehr selten sehe, weil sie mit ihrer Arbeit und ein paar gezielten Hausafgaben für mich meinen Rücken toll im Griff hat (und der ist eine Baustelle von oben bis unten). Sie hat Zusatzausbildungen absolviert in Spiraldynamik und Manuelle Therapie nach Sohier. Für die einen ist das unbeweisbarer Quatsch, für mich und meinen Rücken die Rettung. Ich kann Dir nur empfehlen herauszufinden, was für Dich und Deinen Rücken das Richtige ist. Egal was andere oder gar Ärzte sagen. Mein einer Arzt hielt und hält von meiner Physio nichts. Das ist mir, gelinde gesagt, inzwischen egal.

Du siehst, mein Massnahmenpaket ist breit gefächert. Vielleicht kannst Du die eine oder andere Idee für Dich aufnehmen.

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